Praktisches Nachschlagematerial für die Vorbereitung von Verpackungskonstruktionen: zuerst die Grundlagen von Zeichnung, Vermaßung und Druckvorstufe, dann die Entschlüsselung der Normen FEFCO und ECMA hinter dem Katalog.
Eine Stanzkontur ist die flache technische Zeichnung, nach der Karton gestanzt und gerillt wird, bevor er zu Schachtel, Tray, Schuber oder Tasche gefaltet wird. Sie legt Konstruktion, Flächengrenzen, Klappen, Verriegelungen und Klebeflächen fest; das Druckbild wird auf diese Geometrie gesetzt und nicht unabhängig davon gezeichnet.
Schachtelmaße folgen üblicherweise Länge × Breite × Tiefe. Länge und Breite beschreiben die Öffnung, die Tiefe steht senkrecht dazu. Die Zahlen sind erst vollständig, wenn die Spezifikation auch sagt, ob sie innen oder außen gemeint sind, und die Pappe benennt, aus der die Schachtel entsteht.
Eine Schnittlinie trennt Material; eine Rilllinie bereitet es aufs Falten vor. Sie teilen sich vielleicht eine Zeichnung, beschreiben aber verschiedene Werkzeugvorgänge und müssen über Gestaltung, Export und Druckvorstufe hinweg voneinander und vom druckenden Motiv unterscheidbar bleiben.
Ein ECMA-Code ist die genormte Bezeichnung einer Faltschachtel-Konstruktion. Eine kurze Zeichenfolge wie A20.20.03.01 ersetzt eine Zeichnung. Sie hält fest, zu welcher Konstruktionsgruppe die Schachtel gehört, wie ihr unteres und oberes Ende schließen und an welchen Flächen diese Schließlaschen hängen. Wer den Code austauscht, hat sich über die Konstruktion geeinigt; zu klären bleiben nur Maße und Karton.
Ein FEFCO-Code ist die vierstellige Bezeichnung einer Wellpappe-Konstruktion. Die ersten beiden Ziffern ordnen die Bauart einer Serie zu, also dem Konstruktionsprinzip, auf dem sie beruht. Die letzten beiden benennen die konkrete Bauart innerhalb dieser Serie. FEFCO 0201 ist die erste Bauart der Faltkistenserie: die Faltkiste mit aneinander stoßenden Außenklappen, die meistgefertigte Schachtelbauart der Welt.